Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung hat im Tourismus eine ständig wachsende Bedeutung. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, Tourismus nachhaltig zu gestalten. Die positiven Effekte des Tourismus sollen sinnvoll genutzt und seine negativen Auswirkungen so weit wie möglich reduziert werden.
Der Globale Ethikkodex für Tourismus
Dem Ziel der Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung hat sich auch der Globale Ethikkodex für Tourismus verschrieben. Dieser wurde durch die Mitgliedstaaten der Welttourismusorganisation (UNWTO) auf ihrer Generalversammlung 1999 beschlossen. Der Kodex richtet sich sowohl an Regierungen, an die Tourismuswirtschaften und Gastländer als auch die Reisenden selbst. Die Bundesregierung bekennt sich zum Globalen Ethikkodex und ermutigt alle Akteure im Tourismus, die Grundsätze des Kodex in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.
Schwerpunkte des Kodex sind:
- der Beitrag des Tourismus zum gegenseitigen Verständnis und Respekt zwischen Völkern und Gesellschaften,
- die Nutzung des Tourismus als Faktor für eine nachhaltige Entwicklung,
- die Verbindung von Tourismus und Kulturerbe der Menschheit und dessen Pflege,
- Tourismus als Aktivität, die für das Gastland und seine Bevölkerungsgruppen förderlich ist,
- die Pflichten der an der touristischen Entwicklung beteiligten Akteure,
- die Umsetzung des Rechts auf Tourismus,
- touristische Freizügigkeit und Teilhabe aller am Tourismus,
- die Rechte der Beschäftigten und Unternehmer in der Tourismusindustrie.
Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus
Sexuelle Ausbeutung von Kindern, Kinderhandel und Kinderpornographie im Rahmen des Tourismus sind weltweit verbreitete Phänomene, denen die Bundesregierung energisch entgegen tritt. Durch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung sowie durch Verhaltenskodizes für Reisende und die Tourismusindustrie will die Bundesregierung diese Straftaten eindämmen. Am 27. September 2011 hat die Bundesregierung den Aktionsplan 2011 zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung beschlossen. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum "Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt" unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begleitet die Umsetzung des Aktionsplans.
Das Engagement der Tourismusbranche wird in dem "Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus", dem sogenannte Code of Conduct, dokumentiert, den die führenden Verbände und Unternehmen der Tourismuswirtschaft unterzeichnet haben. Dieser Kodex verpflichtet dazu, die eigenen Mitarbeiter entsprechend zu schulen und Reisende für das Thema zu sensibilisieren.
Um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt zu verbessern, müssen die Reisenden wie auch die Beschäftigten der Tourismusbranche wissen, wie sie konkret handeln können. Der Deutsche ReiseVerband e.V. (DRV) nutzt dazu unter anderem das Faltblatt "Kleine Seelen - große Gefahr", das die Reiseveranstalter an ihre Kunden ausgeben.
Zudem haben Deutschland, Österreich und die Schweiz im Jahr 2010 eine gemeinsame Aufklärungskampagne gestartet, die den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus weiter intensiviert. Die Kampagne beruht zum einen auf länderübergreifenden Aufklärungsmaßnahmen im deutschsprachigen Raum, die sich direkt an Reisende richten. Zum anderen wurde eine polizeiliche Meldeadresse in allen drei Ländern eingeführt, an die sich Reisende wenden können. Kernelement der Kampagne ist der Filmspot "Witness - Zeugen", der die Reisenden für das Thema Kinderschutz im Tourismus sensibilisieren und sie ermutigen soll, etwas dagegen zu tun. Die Botschaft lautet: "Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen." Am Ende des Films ist die für Deutschland geltende Meldeadresse stop-missbrauch@bka.de eingeblendet.