Innovation im öffentlichen Beschaffungswesen
Das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand liegt nach Schätzungen bei etwa 300 Mrd. Euro im Jahr. Hierin liegt ein erhebliches Potenzial für Innovationen. Durch den Einkauf hochmoderner Produkte und neuer technischer Lösungen können staatliche Institutionen modernere Leistungen anbieten und sparen langfristig Kosten, vor allem Energiekosten. Gleichzeitig werden Unternehmen dazu angeregt, mehr Innovationen zu entwickeln. Wenn es ihnen gelingt, ihre innovativen Produkte an öffentliche Institutionen zu verkaufen, sind dies wichtige Referenzprojekte für weitere potenzielle Verkäufe. Damit leistet der Staat einen großen Beitrag, um Innovationen schnell zu verbreiten.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) setzt daher Anreize für öffentliche Beschaffungsstellen, damit diese verstärkt neue Produkte, Dienstleistungen und IT-Systeme nachfragen.
Das BMWi hat ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das vom Bundesverband Materialwirtschaft, Logistik und Einkauf e.V. (BME) durchgeführt wird. Das Kompetenzzentrum hat die Aufgabe, Beschaffungsstellen beim Erwerb von neuen Produkten, Dienstleistungen und Systemlösungen zu beraten. Neuerungen in den öffentlichen Institutionen werden über eine Internetplattform bekannt gemacht, um die schnelle Verbreitung zu stimulieren. Über einen virtuellen Marktplatz können Beschaffer und Anbieter von neuen Produkten und Leistungen miteinander kommunizieren. Auf zahlreichen, meist regionalen Veranstaltungen werden Beschaffer und Entscheidungsträger darüber informiert, wie Neuerungen kostengünstig eingeführt werden können. Das Kompetenzzentrum berät auch über die vorkommerzielle Auftragsvergabe, ein neues Instrument zur Entwicklung von Lösungen, an der sich mehrere Unternehmen im Wettbewerb zueinander beteiligen.
Gemeinsam mit dem BME veranstaltet das BMWi jährlich einen "Tag der Öffentlichen Auftraggeber", auf dem sich öffentliche Einkäufer über aktuelle Fragen des Beschaffungswesens austauschen können. Anlässlich dieser Veranstaltung wird der Preis "Innovation schafft Vorsprung" für ein innovatives Beschaffungsverfahren und/oder die Beschaffung eines innovativen Produktes vergeben. Das BMWi lädt öffentliche Auftraggeber ein, sich mit beispielhaften Projekten zu beteiligen. Ansprechpartner hierfür ist der BME.
Das vom BMWi geförderte Pilotprojekt "REPROC" soll helfen den Beschaffungsprozess zu standardisieren und auf elektronische Prozesse umzustellen.
Zur Beschaffung von energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen hat das Bundeskabinett im Zusammenhang mit den Maßnahmen zum Klimaschutz "Allgemeine Verwaltungsvorschriften zur Beschaffung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen" (PDF: 290,7 KB) und dazugehörige "Leitlinien" (PDF: 947 KB) verabschiedet, die für alle Bundesressorts verbindlich sind.